Ein hoher Cholesterinspiegel kann vor Infektionen und Atherosklerose schützen

Ein hoher Cholesterinspiegel kann vor Infektionen und Atherosklerose schützen. Hohes Cholesterin verweist eher auf Langlebigkeit als auf Mortalität bei alten Menschen. Seine Rolle bei kardiovaskulären Ereignissen kann nur belanglos sein.
  • Auszug

„Hohes Cholesterin kann vor Infektionen und Atherosklerose schützen“ lautet der Titel eines provozierenden Artikels, verfasst von dem dänischen Arzt und Medizinforscher Uffe Ravnskov. Er ist einer der weltweit führenden Kritiker der Idee, dass Cholesterin Herz-Kreislauf-Erkrankung verursacht und dass man hohe bis mittlere Cholesterinspiegel mit einer täglichen Dosis von Statinen senken sollte. Gestützt auf zahlreiche wissenschaftliche Studien, erklärt Ravnskov, dass hohes Cholesterin eher Langlebigkeit als Sterblichkeit bei alten Menschen prognostiziert, was ein starker Hinweis darauf ist, dass man die Rolle von Cholesterin bei kardiovaskulären Ereignissen wohl vernachlässigen kann.

Seit einigen Jahrzehnten schon sind wir dem Dogma ausgesetzt, dass Cholesterin eine üble und gefährliche Substanz sei, die vermieden und „gesenkt“ werden müsse, obwohl doch 85 Prozent des Cholesterins, das wir in unserem Körper haben, ständig vom Körper selbst, in der Leber, gebildet wird. Jahr für Jahr wird der medizinische „Standard“ dessen, was ein akzeptabler oder risikofreier Cholesterinspiegel sei, willkürlich gesenkt, so dass immer mehr Menschen in die Kategorie der ansonsten gesunden „Patienten“ fallen, denen Statine verschrieben werden müssen. Aus heiterem Himmel erklärt Ihnen Ihr Arzt vielleicht: „Beginnen Sie besser heute als morgen, denn Sie haben ein Risiko!“ Gesundheitsexperten, Ärzte und Wissenschaftler, die wie Dr. Ravnskov offen diese Cholesterinideologie des Mainstreams und den Bedarf an Statinen anzweifeln, werden beschuldigt, Millionen Menschen einem großen Risiko auszusetzen. Sie sehen sich lächerlich gemacht, aufs Nebengleis gestellt, werden zum Schweigen gebracht, verhaftet und verbannt.

Lassen wir doch die Ergebnisse gut durchgeführter klinischer und wissenschaftlicher Forschung über den Unterschied zwischen Fakten und Propaganda urteilen. Und zwar nicht die Propaganda, die von bezahlten Dienern der Statine-Industrie verbreitet wird. In einem Großteil der von der Pharmaindustrie eingesetzten Forschung finden wir wenig oder keine Erwähnung darüber, inwieweit Arzneimittel tatsächlich das beeinflussen, was ihre eigentliche Wirkung sein sollte: ein gesundes Leben verlängern. Sind nicht im Fall tödlicher Krankheiten die meisten Menschen an einem langen Leben interessiert oder sollten es sein?! Genau genommen sollten wir immer nach dem Prozentsatz derjenigen Patienten fragen, die aufgrund der Medikamenteneinnahme überleben, und mit dem Prozentsatz vergleichen, der ohne diese überlebt! Nichts anderes zeigt uns den absoluten Nutzen eines Arzneimittels an. Aber oft genug setzt die Pharmaindustrie einen statistischen Trick ein und stellt so den marginalen und zu vernachlässigenden absoluten Vorteil bestimmter Arzneimittel falsch dar, indem sie Ergebnisse im Hinblick auf „relatives Risiko“ oder „relativen Nutzen“ anordnet. Siehe hierzu meinen vorigen Artikel Masquelier’s OPCs versus Aspirin® – relativer und absoluter Nutzen.

Laut den von Ravnskov in „Hohes Cholesterin kann vor Infektionen und Atherosklerose schützen“ zitierten Studien spielt ein hoher Cholesterinspiegel eine „Schlüsselrolle im Immunverteidigungssystem. Es gibt auch zunehmend die Erkenntnis, dass eine Entzündungsantwort der arteriellen Intima auf eine Verletzung ein entscheidender Schritt bei der Genese von Atherosklerose ist und dass Infektionen ein Typus einer solchen Verletzung sein kann.“ Die arterielle Intima ist der innere Teil der Gefäßwand, der im Kontakt mit dem Blut ist. Ihre Rolle bei Atherosklerose wurde in einem vorangegangenen Artikel erklärt: Enge Röhren, hoher Druck und „Gefäßtumoren“. Tatsächlich verletzen Stress, Mangelernährung, Gifte (Alkohol, Nikotin, Drogen) und freie Radikale die innere Schicht der Arterienwand. Ist diese Verletzung heftig und dauert sie lange an, muss der Organismus mit einer starken „über-heilenden“ Anstrengung reagieren, der Vervielfältigung der Media-Muskelzellen. Dieser Gefäß-„Tumor“, auch als „proliferative Läsion“ bekannt, zieht alle Arten von verstärkenden Wirkstoffen wie Fetten, faserartigem Kollagen und Cholesterin, an, um damit ein solides Pflaster zu bilden.

Ganz sicher ist Cholesterin an der Atherosklerose beteiligt, aber die Frage ist doch, ob ein hoher Cholesterinspiegel eine koronare Herzkrankheit verursacht. Da Cholesterin das Immunsystem unterstützt, so Ravnskov, ist es nicht Ursache, sondern Linderung des Atherosklerose-Prozesses. Zur Unterstützung seiner Ansichten zitiert er eine wissenschaftliche Auswertung – Meta-Analyse – von 19 Studien einschließlich 68.406 Todesfällen. Eine Korrelation wurde zwischen niedrigem Gesamtcholesterin und der Mortalität durch Atemwegs- und Magen-Darm-Erkrankungen gefunden, von denen die meisten eine infektiöse Ursache hatten. Auch fanden Wissenschaftler in einer 15-jährigen Folgestudie mit mehr als 120.000 Teilnehmern einen starken Zusammenhang zwischen niedrigem Gesamtcholesterin und dem Risiko eines Krankenhausaufenthalts aufgrund einer Infektionskrankheit. Signifikante Zusammenhänge wurden zwischen geringem Gesamtcholesterin und Harnwegsinfektionen gefunden, bei Frauen alle Arten von viralen Infektionen und bei Männern Skelettmuskel- sowie Haut- und Unterhautinfektionen. Bei einer ähnlichen, über 15 Jahre durchgeführten Studie mit über 100.000 Teilnehmern wurde ein starker Zusammenhang zwischen geringem Cholesterin und dem Risiko eines Krankenhausaufenthalts wegen Lungenentzündung oder Influenza, nicht jedoch wegen chronisch obstruktiver Lungenerkrankung (COPD) oder Asthma gefunden.

In seinem Artikel macht Ravnskov eine interessante Beobachtung. Er gibt zu, dass in experimentellen Tiermodellen pathologische Befunde, ähnlich denen bei Menschen mit einem familiär bedingten hohen Cholesterinspiegel, produziert wurden, aber hält fest, dass diese pathologischen Veränderungen „nicht mit der menschlichen Atherosklerose identisch sind, und es in keinem Experiment bisher gelungen ist, bei einem Tier einen Herzinfarkt durch eine Hypercholesterinämie allein hervorzurufen. Außerdem können diese experimentellen Veränderungen nicht allein durch Cholesterin produziert werden, aber sehr leicht durch dessen Oxidationsprodukte. Und es scheint, dass die meisten Studien zu experimenteller Atherosklerose wenig Kontrolle über die Reinheit des Nahrungscholesterins hatten.“ Seine Schlussfolgerung läuft auf den Vorschlag hinaus, dass Atherosklerose durch direkte Stimulation des Endothels mittels verschiedener Faktoren verursacht wird, einschließlich Rauchen, den metabolischen Folgen von Diabetes, übermäßigem Homocystein und Eisen, einem Mangel an Kupfer, Mikroorganismen und oxidiertem Cholesterin.

„Es gibt viele Beweise, welche die Funktionen dieser Faktoren stützen“, sagt Ravnskov, „aber der Grad, bis zu dem jeder einzelne betroffen ist, bleibt ungewiss.“ Ja, werden diese Faktoren hinsichtlich des Grads angeordnet, bis zu dem jeder eine Rolle bei der Atherosklerose spielt, dann könnte man sagen, dass es eine Unsicherheit darüber gibt, in welchem Ausmaß jeder an dem Prozess beteiligt ist. Ganz sicher ist jedoch, dass alle diese Herausforderungen durchaus eine Rolle bei Ausbruch und Entwicklung von Herz-Kreislauf-Krankheit spielen. Ebenso sicher haben pflanzliche Substanzen wie Masquelier’s OPCs gezeigt, dass sie eine wohltuende Wirkung auf die kardiovaskuläre Gesundheit haben, nicht zuletzt weil sie die Oxidation von Cholesterin verhindern oder lindern. Über OPCs und Cholesterin habe ich ausführlich in OPCs, Dr. Jack Masqueliers Geschenk an Ihre Gesundheit geschrieben. Vielleicht kann es Ihnen helfen, Ihren Weg im Cholesterin-„Dschungel“ zu finden.

Hyperlinks: https://www.masqueliersopcs.com/de/news/dr-masquelier-ueber-cholesterin-und-opcs